Disposable Times

Über Disposable Times

„Wealth is disposable time and nothing more“ – so zitiert Karl Marx einen unbekannten Ökonomen aus dem 19. Jhd. Mit der Vorstellung, gesellschaftlicher Reichtum sei nicht identisch mit der Verwandlung von Produkten in Waren und von Waren in Kapital verweist er auf die Möglichkeit eines fundamentalen Wandels unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Denn diese Zeit wäre „Zeit, die nicht durch unmittelbar produktive Arbeit absorbiert wird, sondern zum enjoyment, zur Muße, so daß sie zur freien Tätigkeit und Entwicklung Raum gibt.“

Das wäre wahrlich eine Alternative zur Arbeits- und Leistungsgesellschaft, in der wir uns heute bewegen! Denn die funktioniert am Ende nicht mal richtig. Denn eine Gesellschaft, in der nur anerkannt wird, was sich als Ware auf dem Markt bewähren kann, hat nicht einmal das Ziel, uns glücklich zu machen. Und gleichzeitig treibt der Wahn, aus Geld mehr Geld zu machen, die Wirtschaft von einer Steigerung der technischen Produktionsmöglichkeiten zur nächsten. Die Möglichkeiten, die wir zur verfügung hätten, sind mittlerweile schier immens. Allein: wir nutzen sie nicht für uns, sondern für‘s Kapital.

Aber was ist dies Kapital, das dem Kapital-ismus seinen Namen gegeben hat? Wie richtet es unser Leben zugrunde? Und wie wäre es möglich, das eigene Leben als gutes Leben zu gestalten? Wie können wir eine welt schaffen, in der die Zeit nicht mehr vom Leistungsterror diszipliniert wird, sondern uns als disposable time entgegentritt.

Disposable Times hat es sich um Ziel gesetzt, die unterschiedlichen Dimensionen einer dazugehörigen Kritik an der bestehenden Gesellschaft, der Vorstellung einer fundamentalen gesellschaftlichen Alternative und die Diskussion des Weges dorthin in den Mittelpunkt zu rücken.