Atomausstieg
Oberirdische Endlagerung: Mindestens so chaotisch wie die Alternativen. Bildquelle: Pixabay

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Sollten wir zur Atomkraft zurück? | Quarks Exklusiv

Einen ersten Überblick über verschiedene Dimensionen des Atomausstiegs liefert uns dieser brandneue Clip vom Wissenschaftsmagazin Quarks, das vom WDR betrieben wird. Die Macher*innen kommen zu dem Ergebnis, dass sich mit dem Weiterbetrieb von Atomkraftwerken ein ordentlicher Batzen Energie erzeugen ließe, der dann die Spielräume schaffen könnte, die nötig wären, um diverse Kohlekraftwerke früher abzuschalten.

Dabei gehen sie selbstverständlich streng wissenschaftlich vor nach dem Motto: Ceteris paribus. Das bedeutet so viel wie „unter sonst gleichen Bedingungen“. Eine andere Möglichkeit, diese Spielräume zu schaffen, könnte ja beispielsweise darin bestehen, einfach den Energiebedarf zu senken. Ein probates Mittel dafür wäre es beispielsweise, einfach den Kapitalismus runterzufahren. Dann müssen wir keine Autos mehr bauen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten (was den positiven Nebeneffekt hätte, dass die nicht noch mehr CO2 mehr in die Luft pusten würden).

Doch auch die Möglichkeit eines einfachen Ersatzes von kohlebasierter durch atomare Energiegewinnung wird umgehend relativiert. Denn da die meisten laufenden Kraftwerke bereits in die Jahre gekommen sind, müsste für einen großflächigen Ersatz von Kohle durch Atomstrom eine ganze Reihe neuer Kraftwerke gebaut werden. Und dieser Bau ist nicht nur teuer (und deshalb ökonomisch nicht sonderlich rentabel), sondern würde bis in den Zeitraum hinein andauern, in dem die Emissionen eigentlich schon auf netto-null runtergekühlt sein sollten.

Alles in allem, so das Fazit des Beitrags, keine so richtig gute Idee. Der Hinweis im Fazit, der Neubau von Kraftwerken sei schon recht Unsinnig, aber die vorhandenen Exemplare seien doch gut nutzbar und sollten möglichst lange am Stromkabel bleiben, beruft sich dabei vor allem auf zwei Aspekte. Einerseits sei der zusätzlich noch anfallende Atomstrom im Vergleich zum bereits existierenden kaum der Rede wert. Und immerhin könnte dadurch dann andererseits doch irgendwie ein wenig CO2 eingespart werden. Wie immer: ceteris paribus. Wenn wir also davon absehen wollen, dass es ohnehin einen fundamentalen Wandel des gesellschaftlichen Naturverhältnisses bräuchte, um mit dem Klimawandel zu dealen. Oder in dem Fall ja gerade nicht mehr.

Das fällt erst recht auf in der internationalen Prognose für die Regionen mit einer Tendenz zum deutlich ansteigenden Energiebedarf. Eine Diskussion um die Nutzung von Energieträgern ist einfach unsinnig, solange wir uns nicht die Frage danach stellen, wie wir als Gesellschaft überhaupt mit diesem Planeten umgehen wollen und wie viel Ressourcen- und Energieverbrauch zur Befriedigung unserer Bedürfnisse überhaupt notwendig ist. In der Entweder-oder-Frage, die im Clip gestellt wird und die typisch ist für die aktuelle Debatte um den Atomausstieg, bleibt der Rahmen im Dunkeln, vor dem diese Frage überhaupt notwendig wird: Die unabdingbare Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums.

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